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Förderschüler auf großer Fahrt

Berlin. Der gelbe Wagen der Berliner U-Bahn schaukelt wild hin und her. Im Inneren ist es voll, heiß und stickig. Für die zehn Schüler der Jakob Muth Schule mit dem Schwerpunkt ganzheitliche Entwicklung ist die Fahrt vom Ostbahnhof zu den Hackeschen Höfen trotzdem ein Highlight. Eine Woche ist die Gruppe mit drei Lehrkräften, einem Mitarbeiter des Jugendreferates im Kirchenkreis Obere Nahe und einem FSJ-ler der Schule unterwegs auf den Spuren der deutschen Demokratie – heute und wie sie bis 1945 ausgesehen hat. Ungewöhnlich, weil die fünfzehn bis neunzehn jährigen Schüler in ihrer geistigen Entwicklung stark verzögert sind und vieles, was für normale Jugendliche selbstverständlich ist, einfach nicht geht. „Es sind eigentlich ganz normale Jugendliche, die etwas mehr Aufmerksamkeit und Betreuung brauchen“, erklärt Matthias Lofi, Erzieher an der Jakob Muth Schule. Das fange mit dem Überqueren der Straße und der Orientierung in der Stadt an und höre mit der Verwaltung des Taschengeldes und der Organisation von etwas Essbarem auf. „Bei normalen Jugendlichen können wir sagen: ihr könnt jetzt mal in Kleingruppen in die Stadt gehen, bei unseren geht das nicht“, so Lofi weiter. Die Woche ist eine spannende und einmalige Sache, für die Jugendlichen wie für die Pädagogen. Während die U-Bahn weiter hin und her schaukelt, umklammert Steve Hörner mit einer Hand die Haltestande über seinem Kopf. Seine Augen wandern hin und her. Jeder Mitfahrende, der ein oder aussteigt wird neugierig begutachtet. „So viele Leute fahren in Kusel nicht mit dem Zug“, entfährt es ihm verwundert. Überhaupt hat er noch nie so viele Autos und Menschen auf einem Haufen gesehen. Er freut sich, dass er das alles erleben darf und auch wenn seine geistige Entwicklung nicht altersgemäß ist, sein Interesse und seine Neugier für die Stadt und das Thema sind riesig groß. „Wer weiß, wann ich noch mal so eine Chance bekomme“, sagt er nachdenklich.

Nach dreißig Minuten Weg erreicht die Gruppe die Anne-Frank Ausstellung im Anne-Frank Zentrum, wo mit Fotos, Dokumente und Interviews die Leidens- und Lebensgeschichte des niederländischen Mädchens erzählt wird. „Die Anne-Frank Ausstellung mit ihrer Übersichtlichkeit und ihrer Einfachheit schien uns geeignet, unsere Schülern etwas über die Zeit des Nationalsozialismus zu erzählen“, erläutert Hans Harth, Lehrer und Rektor der Jakob-Muth-Schule. Geduldig und in einer sehr einfachen Sprache, versucht er zu vermitteln, warum Anne Frank verfolgt wurde und „Die Anne war so alt wie ihr. Stellt euch mal vor, ihr müsstet euch zwei Jahre hinterm Bücherregal verstecken“, appelliert Harth. Steve und die anderen schauen betroffen. Im Bildungsplan der Förderschule ist das Thema Nationalsozialismus nicht vorgesehen. Keiner der Schüler kannte vorab den Namen Adolf Hitler oder wusste, was er getan hat. Hans Harth und seinen Kollegen war es dennoch wichtig, das Thema an zu gehen.

 

 

 

Mit fachlicher Unterstützung durch das Jugendreferat des Kirchenkreises Obere Nahe und dem finanziellen Zuschuss durch das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN“ konnte die Fahrt angegangen werden. Nach der Ausstellung sind alle erschöpft. Jetzt erst mal einen Pizza zur Stärkung und dann weiter zu dem Programmpunkt, auf den sich die Jugendlichen schon den ganzen Tag freut: das Berliner Olympiastadion. Denn wie normale Kuseler Jugendliche auch, sind Steve und seine Mitschüler große Fußballfans und da ist das Stadion ein absolutes Muss.

 

 

 

 

Hier nun mehr Bilder und Eindrücke von unserer Studienfahrt:

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FSJ ler/in für das Schuljahr 2018/2019 gesucht

 

        Desweiteren ist für das Schuljahr 2018/2019 noch eine Berufspraktikantenstelle frei. Infos hierzu in der Schule.

8. Theater - Tage

 

                                                           

 

Paul-Moor-Förderschule

 
Wo:             Aula der Paul-Moor-Förderschule

Wann:          Donnerstag, 17.05.2018  9.45 Uhr - ca. 11.00 Uhr

                   Freitag,       18.05.2018  9.45 Uhr - ca. 11.00 Uhr

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